A

Abbeizen

Vor einem neuen Anstrich wird alte Farbe oft mit einem speziellen Mittel, mit Schleifpapier oder einer Heißluftpistole entfernt. Diesen Arbeitsschritt nennt man Abbeizen.

Abbeizmittel

Siehe Abbeizen.

Abblättern

Ablösen von Anstrichteilen vom Untergrund, ausgelöst meist durch Hinterfeuchtung oder zu spannungsreiche Beschichtungen.

Ablaugen

Entfernung von Altanstrichen mittels Laugen oder alkalischen Salzen. Die Anwendung von Ablaugen ist nur geeignet für verseifbare Beschichtungsstoffe, wie Ölfarben oder ölhaltige Alkydharzlacke. Die Einwirkzeit der Ablaugmittel ist ca. 1–2 Stunden. Anschließend wird der Altanstrich abgeschabt und der Untergrund mit Wasser gut nachgewaschen.

Ablaugmittel

Siehe Ablaugen.

Abriebfestigkeit

Die Eigenschaft, gegen mechanisches Reiben widerstandsfähig zu sein. Für Fußbodenbeschichtungen ist die Abriebfestigkeit von hoher Bedeutung.

Absetzen

Bodensatzbildung bei pastösen Beschichtungsstoffen. Die spezifisch schweren Pigmente und Füllstoffe neigen zum Absetzen und bewirken eine Inhomogenität des Beschichtungsstoffes. Durch Aufrühren wird die Homogenität wiederhergestellt.

Absperrmittel

Beschichtungsstoffe, die zum Absperren verfärbender Inhaltsstoffe aus dem Untergrund verwendet werden. Absperrmittel werden häufig als Isolieranstriche bezeichnet. Sie sollen wirksam sein zum Absperren von Nikotinablagerungen, Holzinhaltsstoffen, Ruß, Öl, Eisenverfärbungen, Wasserflecken usw.

Abtönen

Ausmischen von Farben, Lacken, Putzen auf den vom Kunden gewünschten Farbton. Das Ausmischen erfolgt entweder durch Zugabe von Voll- und Abtönfarben bzw. Abtönpasten und intensives Rühren im Gebinde oder durch Zugabe von Tönpasten in Mischmaschinen.

Abtönfarbe

Siehe Abtönen.

Acrylatfarben

Fassadenfarben auf Basis Reinacrylat werden als Acrylatfarben bezeichnet. Es handelt sich um Kunststoffdispersionsfarben, die als Bindemittel eine Reinacrylat-Dispersion enthalten. Reinacrylat-Fassadenfarben zeichnen sich durch besonders hohe UV- und Alkalibeständigkeit aus.

Acrylharzlack

Siehe Kunstharzlacke.

Acryllack

Umweltschonender, wasserhaltiger Lack, vergilbungsfrei, glanzstabil, arm an Schadstoffen und gut zu verarbeiten. Acryllack-Farbtöne sind untereinander mischbar. Acryllack trocknet schnell und eignet sich für Holzflächen im und am Haus. Die mechanische Beständigkeit von Acryllacken ist schlechter als die von Kunstharzlacken.

Additive

Zusatzstoffe zur Verbesserung oder Erreichung bestimmter Eigenschaften in Farben, Lacken, Lasuren, Putzen usw. Beispiel für Additive sind Zusätze zur Verbesserung des Verlaufs, der Verarbeitbarkeit, der Offenzeit, der Vermeidung des Absetzverhaltens, Fungizide, Algizide usw.

Adhäsion

Der Begriff Adhäsion stammt aus dem lateinischen Wort "adhaerere" = anhängen und beschreibt die Haftung zwischen Molekülen der Grenzfläche von zwei Körpern, z.B. die Haftung von Beschichtungen am Untergrund. Eine gute Anhaftung von Beschichtungen am jeweiligen Untergrund ist von hoher Bedeutung für die Dauerhaftigkeit und Funktionsfähigkeit bei mechanischer Belastung.

Aggregatzustände

Die drei Aggregatzustände sind:
– fest
– flüssig
– gasförmig
Die Aggregatzustände sind abhängig von der Molekülbeschaffenheit, der Temperatur und den Druckverhältnissen, in denen sich der Stoff befindet. Ein Wechsel der Aggregatzustände wird durch Temperaturänderungen erreicht.

Airbrush

Mit einer Spritzpistole kann man mittels Druckluft fein dosierten Farbnebel erzeugen und so Kunstwerke mit makellosen Oberflächen und Farbverläufen herstellen. Der Ursprung der Airbrush-Technik ist umstritten, liegt aber auf jeden Fall am Ende des 19. Jahrhunderts (USA 1888 oder England 1893). Zunächst wurde die Airbrush-Technik zur Retusche von Fotografien benutzt, später entwickelten sich eigene Kunstformen.

Airless-Spritzverfahren

Luftlos zerstäubendes Spritzverfahren von Innenfarben, Fassadenfarben, Lacken, Spachtelmassen usw. Das Verfahren beruht auf eine auf den Beschichtungsstoff wirkenden hohen Druck von ca. 60–200 bar, wobei der flüssige Beschichtungsstoff aus einer Düse gepresst wird. Nach Austritt aus der Düse entsteht ein Druckabfall, wobei der Beschichtungsstoff in feinste Teile zerstäubt und auf den Untergrund geschleudert wird. Mit dem Airless-Spritzverfahren lassen sich hohe Flächenleistungen erreichen. Ein Nachteil ist der entstehende Spritznebel, der unkontrolliert auf andere Gegenstände gelangen kann. Aus diesem Grund sind bei Airless-Spritzverfahren Abklebe- und Abdeckarbeiten notwendig.

Algizide

Wirkstoffe zur Vermeidung von Algenbefall auf Fassadenbeschichtungen.

Aliphatische Kohlenwasserstoffe

Langkettige Kohlenwasserstoffe, z.B. Paraffin, Wachse, Benzin ohne aromatische (ringförmige) Anteile. Aliphatische Kohlenwasserstoffe sind deutlich geruchsmilder als aromatische Kohlenwasserstoffe und werden als Lösemittel in sogenannten aromatenfreien Alkydlacken verwendet.

Alkalität/Alkalibeständigkeit

Stoffe werden nach ihrer chemischen Beschaffenheit als sauer, neutral oder alkalisch eingestuft. Die Einstufung erfolgt durch den pH-Wert.
– neutral = pH 7
– sauer = pH <7
– alkalisch = pH >7
Mineralische Putze auf Basis Kalk/Zement oder Beton weisen im Frischzustand einen pH-Wert von > 12 auf und sind hochalkalisch. Aus diesem Grund müssen Beschichtungsstoffe, die für diese Untergründe verwendet werden, alkalibeständig sein. Bindemittel dürfen durch Alkalitätseinwirkungen nicht zerstört (verseift) werden. Buntpigmente, die nicht alkalibeständig sind, verändern ihre Farbe.

Alkydharzlack

Einkomponentiger, meist lösemittelhaltiger Lack, der als Bindemittel ein fettsäuremodifiziertes Alkydharz enthält. Alkydharzlacke sind häufig verwendete Bautenlacke zur Beschichtung von Fenstern, Türen, Verbretterungen usw.

Anorganisch

Als anorganisch bezeichnet man chemische Verbindungen, die keinen Kohlenstoff (C) enthalten.

Applikation

Das Aufbringen von Beschichtungsstoffen auf den Untergrund. Je nach dem gewählten Beschichtungsverfahren zur Verarbeitung von Lacken und Farben unterscheidet man z.B. Streichen, Rollen, Spritzen, Tauchen und Fluten. Das richtig ausgewählte Applikationsverfahren beeinflusst das Anstrichergebnis und die rationelle Arbeitsweise.

Armierungsanstrich

Beschichtungen mit faserhaltigen Beschichtungsstoffen, mit oder ohne Gewebeeinbettung zur Überdeckung bzw. Überbrückung von Rissen in Untergründen.

Aromaten

Ringförmige Kohlenwasserstoffe, die als Lösemittel in Lacken verwendet wurden. Zu den Aromaten gehören Benzol, Toluol, Xylol. Aromaten sind gesundheitsgefährdend, Benzol ist krebserregend. Aus diesem Grund werden die aromatischen Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Toluol, Xylol nicht mehr als Lösemittel in Lacken verwendet. Zur Anwendung kommen höhersiedende aromatische Kohlenwasserstoffe, z.B. in Abmischung mit aliphatischen Kohlenwasserstoffen (Testbenzin).

Aromatenfrei

Kunstharzlacke, die aromatenfrei sind, enthalten zwar Lösemittel, riechen aber weitaus weniger stark als herkömmliche Kunstharzlacke.

Asbest

Silikatischer Faserstoff, chemisch, Magnesiumhydrosilikat, der aufgrund seiner Lungengängigkeit bösartige Tumore auslösen kann und deswegen als kanzerogen (krebserzeugend) eingestuft ist. Die Verwendung von Asbest erfolgte
– als Spinnfaser für feuerhemmende Schutzkleidung
– als Spritzasbest
– in Mischung mit Zement und Sand für Asbestzementplatten
Seit der Erkennung als krebserzeugender Stoff ist die Verwendung von Asbest verboten. Wegen der Gesundheitsgefährdung dürfen Arbeiten an asbesthaltigen Flächen nur von sachkundigen Personen durchgeführt werden. Dies gilt sowohl für die Beschichtung als auch für den Abbau. Grundlage für Arbeiten an asbesthaltigen Flächen ist die technische Regel für Gefahrstoffe, TRGS 519.

Ausbleichen

Farbtonveränderung, meist Aufhellung, durch Einwirkung von Witterungseinflüssen (UV-Strahlen, Regen, Tau, Schadgase).

Ausblühungen

Salzablagerungen auf der Oberfläche von Baustoffen im Außen- und Innenbereich. Die Ausblühungen entstehen durch Feuchtewanderungen im Mauerwerk und den dadurch bedingten Transport wasserlöslicher Salze. Nach Verdunstung der Feuchtigkeit kristallisieren die Salze aus und bilden einen kristallinen weißen Belag an der Oberfläche.

Ausbluten

Durchschlagen von Farbstoffen aus dem Untergrund oder Altanstrich in den Deckanstrich, z.B. Holzinhaltsstoffe, Teer-, Bitumenanstriche.

Ausschwimmen

Anreicherung einzelner Pigmente an der Oberfläche von Beschichtungen bzw. im Gebinde durch lange Lagerung. Das Ausschwimmen ist eine Entmischung des Beschichtungsstoffes, die im Gebinde durch Aufrühren behoben werden kann.

B

Bakterizide

Stoffe zur Bekämpfung von Bakterien.

Beizen

Farbstofflösungen zum Färben von Holz, insbesondere Möbel. Die Beize dringt in das Holz ein und ergibt keinen Anstrichfilm.

Beschichtungen

Oberbegriff für eine oder mehrere in sich zusammenhängende, aus Beschichtungsstoffen hergestellte Schichten. Es wird unterschieden zwischen Grund-, Zwischen- und Schlussbeschichtung. Aufeinander abgestimmte Schichtenaufbauten werden als Beschichtungssysteme bezeichnet. Wahlweise werden die Begriffe „Beschichtung“ und „Anstrich“ angewendet.

Beschichtungsstoff

Oberbegriff für Werkstoffe, die eine Beschichtung ergeben.

Bindemittel

Neben Pigmenten, Farbstoffen und Lösemitteln sind Bindemittel die wichtigste Komponente in Farben. Bindemittel halten die Pigmentteilchen zusammen und binden sie an den Untergrund. Je nach Bindemittel unterscheidet man Öllacke, Reaktionslacke, Naturharzlacke, Kunstharzlacke, Dispersionsfarben und andere Lacke und Anstrichfarben.

Biozide

Oberbegriff für Wirkstoffe zur Bekämpfung von Algen, Pilzen, Bakterien, Insekten.

Bläue

Durch Pilze hervorgerufene gräulich-blaue Verfärbung von Holz. Der Bläuepilz ist holzzerstörend und befällt vorwiegend Nadelhölzer, unter bestimmten Bedingungen auch Laubhölzer. Ursache des Befalls ist zu hohe Holzfeuchtigkeit. Zur Bekämpfung des Bläuepilzes als vorbeugenden Holzschutz werden wirkstoffhaltige Holzschutzmittel nach DIN 68800 verwendet.

Blei

Blei (lat. plumbum, von plumbeus: bleiern, stumpf, bleischwer) ist ein chemisches Element. Der Begriff Blei ist ein indogermanischer Begriff, der so viel wie schimmernd, leuchtend oder glänzend bedeutet.

C

Carbonatisieren

Begriff für die Aushärtung von Calciumhydroxid (Kalk) durch Aufnahme von CO² aus der Luft. Auch für die Aushärtung von Beton ist die Carbonatisierung wichtig zur Erreichung der Festigkeit. Bei Stahlbeton ist zur Vermeidung von Schäden die Carbonatisierung zu minimieren für die Erhaltung der Alkalität. Dies wird durch Aufbringen CO²-bremsender Beschichtungsstoffe erreicht. Kalkreiche Putze der Mörtelgruppe PI sollten hingegen mit CO²-durchlässigen Beschichtungsstoffen beschichtet werden, um die zur Erhaltung der Putzfestigkeit erforderliche Rekristallisation durch Aufnahme von CO² zu gewährleisten.

Cellulose

Hauptbestandteil der Zellwände von Holz. Chemisch aufgearbeitete Cellulose wird z.B. als Tapetenkleister, Bindemittel für Leimfarben (Celluloseleim) und als Zusatzstoff für Beschichtungsstoffe verwendet.

Chemikalienbeständigkeit

Ein Anstrich ist chemikalienbeständig, wenn er unempfindlich gegenüber der Einwirkung von Chemikalien ist, z.B. saurer Regen oder Putzlauge.

Chlorkohlenwasserstoff

Chlorhaltige Stoffe, wie Methylenchlorid und Trichlorethylen, die als Löse-, Reinigungs- und Abbeizmittel verwendet wurden. Wegen ihrer Gesundheitsgefährdung werden Chlorkohlenwasserstoffe nur noch in Ausnahmefällen angewendet.

Coil-Coating

Industrielles Beschichtungsverfahren von Blechbahnen durch Aufwalzen von Beschichtungsstoffen. Die beschichteten Coil-Coating-Bleche werden als Fassaden- und Dachelemente verwendet. Als Beschichtungssysteme kommen häufig silikonmodifizierte Acrylate und Polyester zum Einsatz. Der Vorteil dieser siliconhaltigen Bindemittel ist die hohe Wetterbeständigkeit und lange Haltbarkeit, ein Nachteil die Unverträglichkeit mit nachfolgenden Renovierungsbeschichtungen, bei denen Haftungsprobleme auftreten können. Bei der Überarbeitung von Coil-Coating-Fassaden sollte deswegen immer ein Probeanstrich zur Überprüfung der Haftfestigkeit durchgeführt werden.

D

Dampfdruck

Maßzahl für die Verdunstgeschwindigkeit von Flüssigkeiten. Je höher der Dampfdruck, desto schneller verdunstet ein Lösemittel. Bei niedrigen Temperaturen ist der Dampfdruck geringer als bei Hitze.

Deckvermögen

Das Deckvermögen von Beschichtungsstoffen ist die Eigenschaft, den Untergrund mit einer Beschichtung so abzudecken, dass dessen Eigenfarbe nicht mehr sichtbar ist. Beschichtungsstoffe mit hohem Deckvermögen verringern Arbeitskosten, da häufig ein Arbeitsgang eingespart werden kann oder ein geringerer Materialauftrag zur Erzielung einer gleichmäßigen Fläche erforderlich ist.

Dekontaminieren

Im weitesten Sinne versteht man unter Dekontaminieren das Entfernen von Verschmutzungen auf Beschichtungen. Meist wird unter dem Begriff Dekontaminieren die Entfernung von radioaktiven Ablagerungen auf Beschichtungen, z.B. in Atomkraftwerken oder in Krankenhausräumen, in denen Strahlentherapien oder Röntgenaufnahmen durchgeführt werden, verstanden.

Dekorputz

Dekorputz oder Edelputz ist einfacher zu verarbeiten als herkömmlicher Putz und kann mit farbigen Komponenten angereichert werden. Dekorputze sind in der Regel für den Innen- und Außenbereich einsetzbar. Es gibt Dekorputze in Form von Kunstharzputz und Mineralputz.

Desinfizieren

Zur Vermeidung von Bakterienbefall in sensiblen Räumen, wie Krankenhäuser, Laboratorien, Lebensmittelbetrieben, werden Wände regelmäßig mit Desinfektionsmitteln gereinigt. Hierzu wird das Desinfektionsmittel nach Herstellervorschrift in Wasser verdünnt und mit einem Schwamm auf die Wand aufgetragen. Damit wird eine Entstehung bzw. Vermehrung von Bakterien verhindert. In Räumen, in denen die Wände desinfiziert werden müssen, eignen sich nur desinfektionsmittelbeständige Beschichtungsstoffe, wie z.B. Latexfarben mit glänzender Oberfläche oder Alkydlacke und 2-Komponenten-Lacke.

Dichte

Die Dichte gibt an, wie viel schwerer oder leichter ein Material ist als das gleiche Volumen von Wasser bei 4 °C. Mathematisch ist die Dichte: Masse geteilt durch Volumen oder anders ausgedrückt: das Gewicht pro Volumen, z.B. g/cm³ oder kg/Liter.

Dichtstoffe

Zur Abdichtung von Fugen zwischen Baustoffen oder Bauteilen werden Dichtstoffe verwendet. Es wird unterschieden zwischen plastoelastischen Dichtstoffen auf Basis Acryldispersion und elastischen Thiokol- (Polysulfiden) bzw. Silikondichtstoffen.

Diffusion

Die Eigenschaft von Gasen oder Dämpfen, durch andere Stoffe durchzudringen, z.B. Wasserdampf durch Beschichtungen, wird als Diffusion bezeichnet. Beschichtungen sollten je nach Anwendung für bestimmte Gase durchlässig sein oder vor dem Eindringen in den Untergrund schützen. Auf Stahlbeton sind Beschichtungen mit geringer Diffusion gefordert, um den Untergrund vor dem Eindringen von CO² oder SO² zu schützen. Auf kalkreichen Putzen sind dagegen hochdiffusionsfähige Beschichtungen erforderlich.

Dispersion

Siehe Dispersionsfarbe.

Dispersionsfarbe

Die Bezeichnung „Dispersionsfarbe“ kommt vom lateinischen Wort „dispergere“ = zerteilen, zerstreuen. Tatsächlich sind in einer Dispersionsfarbe Polymerpartikel in einer Flüssigkeit (meist Wasser) zerstreut, aber nicht aufgelöst. Nach dem Anstrich verdunstet das Wasser und zurück bleibt ein in sich geschlossener Kunststoff-Film. Ob Putz, Mauerwerk, Beton, Leichtbauplatten, Holz, Pappe, Tapete oder Textilien, Dispersionsfarben sind auf nahezu jedem Untergrund einsetzbar. Zumindest in Verbindung mit entsprechenden Grundanstrichen. Auch Buntstein- und Kunstharzputze basieren auf Dispersionsfarben.

Dispersionslacke

Beschichtungsstoffe mit Bindemittel von Kunststoffdispersionen sowie Pigmenten, Füllstoffen und Additiven, die eine Beschichtung mit lackähnlicher Eigenschaft ergeben. Dispersionslacke sind wasserverdünnbar und enthalten als Bindemittel meist Acrylatdispersion.

Dispersionssilikatfarbe

Beschichtungsstoffe, die als Hauptbindemittel Wasserglas sowie einen Zusatz von Dispersion, Pigmenten, Füllstoffen und Additiven enthalten. Nach VOB Teil C DIN 18363 darf der organische Anteil maximal 5 % betragen. Dispersionssilikatfarben sind überwiegend mineralisch gebunden und werden als Innen- und Außenfarben angeboten.

Durchschlagen

Wenn Teile einer unteren Farbschicht, z. B. Flecken (z.B. Nikotin oder Wasser), sichtbar werden, nennt man das Durchschlagen. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollte man daher immer die richtige Grundbeschichtung oder sogar eine Isolierfarbe verwenden.

E

Edelputz

siehe Dekorputz.

Egalisationsanstrich

Mineralisch oder silikatisch gebundene Beschichtungen ergeben in Abhängigkeit von der Trocknungsbedingung häufig fleckige oder scheckige Oberflächen. Zur farblichen Angleichung wird ein Egalisationsanstrich aufgebracht.

Egalisieren

Unter Egalisieren lassen sich verschiedene Eigenschaften definieren.
a) Grundierung oder Voranstrich zum Ausgleich der Saugfähigkeit des Untergrundes.
b) Ausgleich von Rauigkeiten oder Unebenheiten im Untergrund durch Aufbringen von gefüllten Beschichtungen oder Spachtelmassen. 

c) Ausgleich von farblich unterschiedlichen oder fleckigen, scheckigen Oberflächen.

Elastizität

Die Eigenschaft eines Stoffes oder Körpers, unter Einwirkung einer Kraft seine Länge oder Form zu verändern und nach Beendigung der Krafteinwirkung seine ursprüngliche Länge oder Form wieder anzunehmen. Gummi ist ein typisch elastischer Stoff.

Elastomere

Kunststoffe, die bei Raumtemperatur elastische Eigenschaften aufweisen.

Emissions- und lösemittelfrei

Wandfarben, die als emissions- und lösemittelfrei (E.L.F.) bezeichnet werden, setzen sowohl beim Verarbeiten als auch beim Trocknen lediglich Wasser frei.

Emulsion

Die stabile Verteilung zweier nicht miteinander mischbarer Flüssigkeiten wird als Emulsion bezeichnet, z.B. Öl in Wasser. Mit Hilfe von Additiven, wie Emulgatoren, und intensivem Rührvorgang wird die stabile, dauerhafte Vermischung erreicht. Beispiel für eine Emulsion ist die Milch, die eine feine Verteilung von Fetten in Wasser ist.

Ergiebigkeit

Ergiebigkeit ist die Fläche in m², die durch Auftrag einer bestimmten Menge eines Beschichtungsstoffes beschichtet werden kann. Die Angabe erfolgt in m² pro Liter Beschichtungsstoff. Daraus ist erkennbar, wie viel Fläche mit einem Gebinde beschichtet werden kann, z.B. 60 m² mit 10 Liter Farbe.

F

Farbe

Wirkstoffe als Zusatzmittel für Beschichtungsstoffe zur Vermeidung von Schimmelpilzbefall an Innen- oder Außenwänden.

Farbmischung

Bei der Farbmischung entsteht durch das Zusammenfügen von zwei oder mehr Farben eine neue Farbe. Dies kann durch das Zusammenfügen von Stoffen, wie beispielsweise in der Malerei, oder durch die Überlagerung von Licht verschiedener Farben erfolgen.

Farbmittel

Alle farbgebenden Stoffe (wie z.B. Farbstoffe, Pigmente) werden unter dem Namen Farbmittel zusammengefasst.

Farbstoff

In Lösemittel oder Bindemittel lösliches Farbmittel. Farbstoffe werden häufig für Textilien verwendet.

Farbton

Über die Angabe Farbton kann eine Farbe benannt und beschrieben werden. Ein Farbton kann auch über seine Farbanteile beschrieben/angegeben werden (z. B. Rot-, Gelb-, Blauanteil).

Festkörper

Der Festkörper ist ein Teil eines Beschichtungsstoffes, der nach Verdunsten aller flüchtigen Anteile zurückbleibt.

Feuchtraumfarbe

Dispersionsfarbe, die mit Wirkstoffen gegen Schimmelbildung ausgerüstet ist. Gut geeignet für alle Räume, in denen mit erhöhtem Feuchtigkeitsanfall zu rechnen ist.

Firnis

Ein Firnis ist ein farbloser Überzug zum Schutz von Gemälden. Man unterscheidet Firnisse auf Öl-, Harz-, Terpentinöl- und Alkoholbasis.

Flammpunkt

Die unterste Temperatur, bei der eine Flüssigkeit gerade noch brennbare bzw. entflammbare Dämpfe entwickelt.

Fluatieren

Neutralisation mineralischer Putze mit Fluaten zur Verringerung der Alkalität. Die Wirksamkeit der Fluate beruht auf einer Reaktion der Fluorsilikate mit dem Kalkanstrich von Kalk- und Zementputzen. Auf Gipsputzen und Lehm sind Fluate nicht wirksam. Fluate werden angewendet zur Vermeidung von Kalkausblühungen auf neuen Putzen oder Nachputzstellen sowie zum Absperren von Wasserflecken.

Fries

Eine mit plastischen oder gemalten Ornamenten und figürlichen Darstellungen ausgestaltete Fläche als Gliederung und Schmuck einer Wand.

Fuge

Ein schmaler Zwischenraum, etwa zwischen Fliesen oder Mauersteinen.

Füllstoff

Füllstoffe sind Zusatzstoffe, die einen Teil des Volumens eines Stoffgemischs einnehmen.

Füllvermögen

Das Füllvermögen eines Beschichtungsstoffes ist die Eigenschaft, Rauigkeiten eines Untergrundes auszugleichen.

Fungizid

Wirkstoffe als Zusatzmittel für Beschichtungsstoffe zur Vermeidung von Schimmelpilzbefall an Innen- oder Außenwänden.

G

Gitterschnitt

Die Prüfung des Haftvermögens von Anstrichen und Lackierungen. Die Gitterschnittprüfung erfolgt nach DIN 53151 bzw. DIN ISO 2409, indem die Beschichtung in einem definierten Schnittabstand mit einem scharfen Messer gleichmäßig bis auf den Untergrund eingeritzt wird. Es werden sechs sich rechtwinklig kreuzende Schnitte ausgeführt. Je nach Abplatzungen der Beschichtung wird der Gitterschnittkennwert von Gt 0 bis Gt 4 angegeben, wobei Gt 0 eine sehr gute, Gt 4 eine sehr schlechte Haftfestigkeit ausdrückt. Der Gitterschnitt sollte nur auf Untergründen, wie z.B. Blech, ausgeführt werden, bei denen der Schnitt den Untergrund nicht zerstören kann. Die Gitterschnittprüfung, z.B. auf mineralischen Putzen, ist nicht sinnvoll, da der Schnitt den Untergrund zerstört und nicht genau erkennbar ist, ob Abplatzungen nach dem Schnitt auf mangelnde Haftfestigkeit oder Zerstörung des Untergrundes zurückzuführen sind.

Glanz

Der Glanz ist eine Eigenschaft, die dadurch zustande kommt, dass die Oberfläche eines Stoffes so glatt ist, dass Vertiefungen kleiner sind als die Wellenlänge des sichtbaren Lichtes.

Glättetechnik

Bei der Glättetechnik wird eine Glattspachtelmasse mit Glättspan, Spachtelmessern und Ähnlichem auf die Wand aufgetragen – es entsteht ein fugenloser Belag. Putzuntergrund ist die geeignete Unterlage für die Applikation der ersten Spachtelschicht. Weitere auf – und nebeneinandergelegte Spachtelschichten ergeben eine porzellanglatte Fläche. Oft werden die verschiedenen Schichten in unterschiedlichen Farbtönen ausgeführt, damit sich mit einem Blick erkennen lässt, an welcher Schicht gearbeitet wird. Auch Beläge mit leichter Struktur und stehen bleibenden Graten zählen zur Glättetechnik. Zur Erhöhung der Oberflächenglätte werden die Deckschichten oft abschließend mit Wachsen eingerieben und auf Glanz poliert.

Graffiti

Graffiti bezeichnet ursprünglich einen an eine Wand geschriebenen Text. Heute werden damit umgangssprachlich vor allem die von Jugendlichen mittels Sprühdosen illegal oder legal hergestellten Bilder („pieces“) bezeichnet. Als Oberbegriff beschreibt es neben den sogenannten Tags und Pieces auch die Schablonengraffiti und politischen Graffiti und ist ein Teil der Straßenkunst.

Grundbeschichtung

Oft auch als Grundierung bezeichnet. Grundbeschichtungen haben die Aufgabe, allzu stark saugende Untergründe abzudichten. Sie wirken darüber hinaus haftvermittelnd für die nachfolgend aufgebrachten Beschichtungen. Grundbeschichtungen können auch tief in den Untergrund eindringen und diesen verfestigen. Bei der Wahl des jeweils geeigneten Grundbeschichtungsstoffes sind die Empfehlungen der Hersteller zu beachten.

Grundfarben

Eine Grundfarbe ist in einem Farbmischsystem eine Farbe, die zu denjenigen Farben gehört, aus denen alle anderen Farben gemischt bzw. geschaffen werden können.

Grünspan

Grünverfärbung von Bauteilen aus Kupferblech durch Einwirkung von Regen, CO² und SO².

H

Haftvermögen

Mit dem Begriff Haftvermögen beschreibt man, wie gut eine Farbe auf einer Oberfläche haftet. Das Haftungsvermögen ist eine der wichtigsten Eigenschaften jeder Farbe.

High-Solid-Lacke

Lacke mit einem hohen Gehalt an nicht flüchtigen Anteilen. In der Regel werden Lacke mit einem Festkörperanteil > 85 % als High-Solid-Lacke bezeichnet. Wegen des hohen Festkörpergehalts ergeben diese Lacke höhere Schichtdicken, sodass mit einem Arbeitsgang ein besseres Ergebnis, insbesondere ein höheres Deckvermögen, erreicht werden kann.

Hydrophil

Wasserfreundliche Stoffe oder Oberflächen, die mit Wasser leicht benetzbar sind.

Hydrophob

Wasserabweisend. Stoffe oder Oberflächen, die mit Wasser nur schlecht oder nicht benetzbar sind.

Hydrophobierung

Zur Verringerung der Wasseraufnahme werden saugfähige Oberflächen von Bauteilen mit Hydrophobierungsmitteln, z.B. Imprägniermittel auf Silikonbasis, beschichtet, um eine wasserabweisende Oberfläche zu erhalten.

Hydroskopisch

Wasseranziehend. Stoffe, die Luftfeuchtigkeit aufnehmen und an sich binden, haben hygroskopische Eigenschaften, z.B. verschiedene Salze.

Hydrosole

Kolloidale Lösungen mit sehr geringen Teilchengrößen. Kunststoffdispersionen in Hydrosol-Form werden als hochwertige wässrige Grundiermittel verwendet, da sie wegen ihrer feinen Teilchengröße gut in den Untergrund eindringen.

I

Imprägnieren

Schutzbehandlung poröser Baustoffe, wie Klinker, Beton, Holz, z.B. durch Aufbringen einer nicht filmbildenden Imprägnierung auf Basis von Silikonen oder Silanen zur Erzielung einer wasserabweisenden Oberfläche. Auf Holzflächen werden Imprägnierlasuren auf Basis Öl/Alkyd oder Acrylat verwendet.

Indikatorpapier

Zur Feststellung, ob ein Stoff oder Untergrund alkalisch, neutral oder sauer reagiert, wird der pH-Wert mittels Indikatorpapier geprüft.

Inert

Als inert (lat. für untätig, unbeteiligt) bezeichnet man chemische Elemente oder Verbindungen, deren äußere Elektronenhülle gefüllt ist, die also weder positive noch negative Ladungen besitzen. Sie gehen keine chemischen Verbindungen ein.

Inhibitor

Substanz, mit der chemische Vorgänge eingeschränkt oder verhindert werden, z.B. Korrosionsschutz durch Aufbringen eines Rostschutzmittels zur Verhinderung von Rostbildung.

Insektizide

Ein Insektizid ist eine Substanz, die zur Abtötung von Insekten und deren Entwicklungsstadien verwendet wird. Insektizide werden in der Landwirtschaft, zum Vorrats- und Materialschutz sowie im Hygienebereich angewendet. Insektizide wirken in der Regel als Nervengift auf das Nervensystem der Insekten ein.

Irreversibel

Beschichtungen, die nach der Trocknung bzw. Aushärtung nicht mehr von Lösemitteln angelöst werden. Chemisch oder oxidativ aushärtende Beschichtungen, wie Alkydlacke oder zweikomponentige Epoxid- und Polyurethanlacke, sind irreversibel.

Isolierfarbe

Es gibt Bestandteile in Untergründen, die durch einen aufgebrachten Anstrich durchschlagen können. Dies sind beispielsweise eingetrocknete Wasserflecken, Nikotin und Ruß. Deswegen müssen solche Untergründe zunächst mit einer Isolierfarbe beschichtet werden, damit sich der frisch aufgetragene Anstrich nicht nachträglich verfärbt.

K

Kaliwasserglas

Mineralisches Bindemittel für Silikatfarben.

Kalkfarbe

Kalkfarbe ist eine wässrige Aufschäumung von gelöschtem Kalk, der gegebenenfalls Pigmente und/oder geringe Mengen Leim oder andere Bindemittel beigefügt sind. Der gelöschte Kalk ist gleichzeitig Bindemittel und Pigment, da er eine weiße, feste Schicht bildet. Eine Kalkfarbe lässt sich nur begrenzt abtönen, da die Kalkschlämme nur etwa fünf Prozent Buntpigmentzusätze zu binden vermögen. Auf frischen Putzflächen erreichen Kalkfarbenanstriche hohe Festigkeit, wirken pilzhemmend und lassen Wasserdampfaustausch zwischen Luft und Untergrund zu. Kalkfarbenanstriche zersetzen sich in saurer Atmosphäre und sind deshalb im Bereich industrieller Abgase nicht zu empfehlen.

Kalte Farben

Farben mit einem hohen Blauanteil nennt man kalte Farben.

Kalter Fluss

Filmbildung von Dispersionen. Während der Trocknung der Dispersionen verdunstet das Wasser, die Kunststoffpartikel geraten in direkten Kontakt, dabei entsteht ein Verkleben der Polymerisatteile. Diese „verfließen“ ineinander, wodurch sich der Film verfestigt.

Kapillarität

Die Verteilung der Feuchtigkeit im Mauerwerk beruht auf der Kapillarität der Baustoffe. Die kapillare Saugfähigkeit ist abhängig von der Größe der Kapillaren. Je kleiner die Poren, desto höher die kapillare Saugfähigkeit, desto höher kann das Wasser im Mauerwerk aufsteigen bzw. desto tiefer können Grundier- oder Imprägniermittel in den Untergrund eindringen.

Katalysator

Beschleuniger bzw. Auslöser von chemischen Reaktionen, z.B. Sikkative in Öl-Alkyd-Lacken.

Klarlack

Klarlack ist transparenter Lack, der meist nur aus Binder und Lösungsmittel aufgebaut ist. Klarlack dient häufig als Beschichtungsstoff, wenn der zu beschichtende Stoff ansehnlich ist (häufig für Holz oder Metall) und die Oberfläche dennoch vor äußeren Einflüssen geschützt werden muss: bei Metall z.B. vor der Oxidation und bei Holz vor Feuchtigkeitseinflüssen.

Kleister

Kleister ist ein Klebstoff, der im Allgemeinen aus Stärke besteht. Im Handel wird er ausschließlich in Pulverform angeboten. Um ihn zu verarbeiten, muss er zuerst mit Wasser angerührt werden. Danach benötigt er eine bestimmte Zeit zum Aufquellen. Durch Verkochen von Mehl oder Kartoffelstärke mit Wasser lässt sich Kleister sogar selbst herstellen.

Kolloidale Lösung

Unter einer kolloidalen Lösung versteht man eine Lösung, in der die gelösten Stoffe in einer solchen Feinheit vorliegen, dass sie durch Filtration nicht mehr getrennt werden können.

Kondensation

Physikalische Verflüssigung von Gasen oder Dämpfen durch Abkühlung. Wasserdampf in der Raumluft kondensiert bei Unterschreitung des Taupunktes auf kalten Flächen.

Konservierungsmittel

Additiv zur Vermeidung von Bakterienbefall, z.B. in wässrigen Dispersionsfarben. Konservierungsmittel werden auch als Topfkonservierer bezeichnet.

Konsistenz

Konsistenz (lat.) sagt etwas über die Beschaffenheit eines Stoffes aus. Je nachdem wie sich die Form ändern kann, spricht man von fester, zäher oder plastischer Konsistenz.

Korrosion

Übergang eines unedlen Metalls unter Einfluss von Sauerstoff, Wasser, CO², SO² in eine stabile Verbindung. Beispiele sind: Umwandlung von Eisen durch Oxidation in Rost oder Bildung einer Oxidschicht auf Zinkflächen.

Korrosionsschutz

Summe der Maßnahmen, um Metalle, Beton, Kunststoffe vor Zerstörung durch chemische oder physikalische Angriffe zu schützen.

Kreiden

Ablösen von Pigmenten und Füllstoffen aus Beschichtungen, ursächlich bedingt durch Abbau des Bindemittels, durch Einwirkung von UV-Licht und Wasser oder teilweise Abwanderung des Bindemittels in saugfähigem Untergrund.

Kristallisationsdruck

Die Hauptschadenswirkung der Salze beruht darauf, dass beim Übergang von der gelösten Form in die kristallisierte Form eine Volumenvergrößerung stattfindet. Dabei entsteht der sogenannte Kristallisationsdruck. Dieser Kristallisationsdruck kann verglichen werden mit dem Druck, der entsteht, wenn Wasser gefriert. Wasser dehnt sein Volumen während des Grfriervorganges um ca. 10 % aus. Sind die Poren im Mauerwerk oder im Mörtel zu mehr als 90 % mit Wasser gefüllt, entwickelt sich beim Gefriervorgang des Wassers ein hoher Druck auf die Porenwandung. Salze verhalten sich beim Auskristallisieren wie gefrierendes Wasser. Befinden sich in den Kapillarräumen in Wasser gelöste Salze, so kommt es beim Verdunsten des Wassers zur Kristallisation. Die dabei entstehende Volumengröße kann Baustoffe zerstören. Üblicherweise kann ein Baustoff die Kristallisation von Salzen mehrmals „überstehen“. Der Baustoff wird allerdings nach und nach zermürbt und dabei zerstört.

Kunstharz

Kunstharze sind nach DIN 55958 (Dezember 1988) synthetische Harze, die durch Polymerisations-, Polyadditions- oder Polykondensationsreaktionen hergestellt werden. Sie können durch Naturstoffe, z.B. pflanzliche oder tierische Öle bzw. natürliche Harze, modifiziert sein oder durch Veresterung oder Verseifung natürlicher Harze hergestellt sein.

Kunstharzlack

Klarlack ist transparenter Lack, der meist nur aus Binder und Lösungsmittel aufgebaut. Klarlack dient häufig als Beschichtungsstoff, wenn der zu beschichtende Stoff ansehnlich ist (häufig für Holz oder Metall) und die Oberfläche dennoch vor äußeren Einflüssen geschützt werden muss. Bei Metall z.B. der Oxidation und bei Holz Feuchtigkeitseinflüssen.

Kunstharzputz

Kunstharzputz ist eine mit Quarz und weiteren mineralischen Bestandteilen aufgefüllte Dispersionsfarbe. Es gibt Kunstharzputze mit unterschiedlichen Strukturen und Körnungen. Sie lassen sich leicht auftragen und haften fest am Untergrund. Verschmutzte Kunstharzputze können mit hochwertigen Dispersionsfarben neu beschichtet werden.

L

Lasur

Lasuren sind durchsichtige bis halbdeckende Anstriche, die Holz und mineralische Untergründe vor Umwelt- und Witterungseinflüssen schützen. Die Struktur des Holzes bleibt sichtbar, da dünne Lasuren die Oberfläche nicht überdecken, sondern in das Holz eindringen. Es gibt lösemittelhaltige Lasuren für den Außenbereich und lösemittelfreie Lasuren für Innenräume.

Lasurtechnik

Siehe Lasur.

Latex

Latex, auch Naturkautschuk genannt, ist der milchige Saft des tropischen Kautschukbaums Hevea brasiliensis.

Latexfarben

Latexfarben sind im Allgemeinen scheuerbeständig, damit gut reinigungsfähig und hochstrapazierbar. Sie können auf allen Untergründen verwendet werden, auf denen auch Dispersionsfarben eingesetzt werden können.

Leim

Nach DIN 16921 ist ein Leim die wässrige Lösung eines Klebstoffs.

Leinöl

Natürliches Bindemittel zur Herstellung von Öl- oder Alkydlacken. Leinöl wird aus Leinsamen (Samen von Flachs) gewonnen.

Lösemittel

Lösemittel (auch Lösungsmittel genannt) beeinflussen die Beschaffenheit der Farbe und sind entscheidend für den Trocknungsprozess. Besonders umweltverträglich und gesundheitsschonend sind lösemittelfreie Farben, bei denen Farbpigmente und übrige Bestandteile in Wasser gelöst sind.

Luftkalk

Kalk, der durch Aufnahme von CO² aushärtet.

Lunker

Unregelmäßige kleine Löcher in der Oberfläche von Sichtbeton. Die Lunker entstehen durch Einschluss von Luftblasen beim Betonieren.

M

MAK-Wert

Abkürzung für Maximale Arbeitsplatz-Konzentration. Er gibt die höchstzulässige Konzentration eines Stoffes (Gase, Schwebstoffe) in der Raumluft an, welche über acht Stunden täglich bzw. vierzig Stunden wöchentlich die Gesundheit eines Menschen nicht beeinträchtigen.

Mauerwerk

Mauerwerk ist ein anderes Wort für Mauer. Beim Hausbau wird das Material der Wand als auch die Wand selbst so bezeichnet.

Mindestfilmbildtemperatur (MFT)

Angabe zur Trocknung bzw. Aushärtung von Beschichtungsstoffen erforderliche Mindesttemperatur für Umluft und Untergrund. Bei Unterschreitung der MFT können Eigenschaften der Beschichtung beeinträchtigt werden, z.B. Rissbildungen, Glanzminderung, Haftvermögen.

Mineralfarbe

Mineralfarbenanstriche werden mit mineralischen Anstrichstoffen ausgeführt, also Zement-, Silikat- oder Kalkfarben. Die Trocknung beruht auf einer chemischen Reaktion.

Mineralputz

Mineralputze werden genauso wie Mineralfarben eingesetzt, erzeugen aber strukturierte Oberflächen in der jeweils gewünschten Kornstärke.

Monomere

Ausgangsstoffe für Makromoleküle, die durch Polymerisation aneinandergekettet werden und sogenannte Polymere bilden.

O

Optische Aufheller

Optische Aufheller sind Farbstoffe, die ultraviolettes Licht absorbieren und als blaues Licht wieder abstrahlen. Diesen Vorgang bezeichnet man als Fluoreszenz. Er lässt sich z.B. in einer Diskothek deutlich beobachten.

Osmose

Hindurchwandern von Flüssigkeiten durch eine halbdurchlässige Schicht, z.B. eine Beschichtung. Osmose verursacht z.B. Unterrostung der Lackierung an Metallen, insbesondere wenn am Untergrund Salz anhaftet und Wasser durch die Lackierung zur Salzschicht wandert.

Oxidation

Oxidation im engeren und ursprünglichen Sinne ist die chemische Reaktion eines Stoffes mit Sauerstoff (Oxygenium). Das dabei entstehende Produkt heißt Oxid.

P

Penetration

Durchdringen eines Stoffes durch einen anderen, z.B. Eindringen von Grundiermittel in den Untergrund.

Pflanzenöl

Pflanzenöl ist ein Oberbegriff für „fettes“ Öl, welches aus Pflanzen gewonnen wird, im Gegensatz zu den ätherischen Ölen, welche auch als „trocknende Öle“ bezeichnet werden. Wenn das Öl aus dem Samen der Pflanze stammt, spricht man von Ölsaaten. Eigentlich sollte man umfassend von Ölen und Fetten sprechen, denn der Unterschied ergibt sich nur aus der jeweiligen Konsistenz bei unterschiedlichen Temperaturen, basierend auf der Anzahl von Bindungen auf molekularer Ebene. Chemisch gesehen bestehen Öle aus Triglyzeriden.

pH-Wert

Kennwert, ob ein Stoff sauer, neutral oder alkalisch reagiert. 0 bis < 7 = sauer, 7 = neutral, 7–14 = alkalisch. Die Bestimmung des pH-Wertes kann z.B. mit Indikatorpapier erfolgen.

Phenolphthalein

Indikator zum Nachweis der Alkalität. Phenolphthalein ergibt auf alkalischen Untergründen mit pH-Wert > 9,6 eine rote Färbung. Mit Phenolphthalein lässt sich näherungsweise die Carbonatisierungstiefe von Beton bestimmen.

Pigmente

Pulverförmige, farbgebende, sehr feinteilige Stoffe, die im Beschichtungsmedium nicht löslich sind. Pigmente beeinflussen den Farbton, das Deckvermögen und in speziellen Fällen den Korrosionsschutz von Beschichtungen.

Plastomere

Kunststoffe, die bei Erwärmung weich werden und dann verformbar sind. Nach dem Erkalten werden Plastomere wieder fest und sind formstabil.

Polymerisatharzfarben

Bezeichnung für lösemittelhaltige Beschichtungsstoffe, deren Bindemittel ein durch Polymerisation hergestelltes Kunstharz ist.

Polymerisation

Verkettung gleichartiger oder verschiedener Stoffe (Monomere) zu Makromolekülen, ohne dass es zu einer Stoffumwandlung kommt. Aus einzelnen Molekülen entstehen Makromoleküle (Polymerisate), z.B. Polyvinylacrylat, Polyvinylchlorid.

Polyvinylchlorid

Polyvinylchlorid, abgekürzt PVC, ist ein thermoplastischer Kunststoff.

PVC

Siehe Polyvinylchlorid.

R

Reflexion

Von Reflexion (lat. reflectere: zurückbeugen, drehen) spricht man, wenn ein Lichtstrahl, eine elektromagnetische Welle oder ganz allgemein eine Welle (z. B. Schall) von einer Oberfläche zurückgeworfen wird. Er gehorcht dabei dem Reflexionsgesetz, d. h., der Eintrittswinkel des einfallenden Strahls ist gleich dem Austrittswinkel. Die beiden Winkel werden zum Einfallslot hin gemessen. Das ist eine Gerade, die im Auftreffpunkt des Lichtstrahls senkrecht auf der Oberfläche steht.

Reversibel

Reversibel ist der lateinische Begriff für „umkehrbar“. Dies bedeutet, dass Beschichtungen nach der Trocknung wieder in Lösemitteln löslich sind. Reversible Beschichtungen sind meist Polymerisatfarben, die durch Verdunstung des Lösemittels physikalisch trocknen.

Rheologie

Das unterschiedliche Fließverhalten viskoser Beschichtungsstoffe wird als Rheologie bezeichnet. Das Fließverhalten, auch Viskosität genannt, kann z.B. im DIN-Auslaufbecher oder im Rheometer bestimmt werden.

Rissbildung

Als Rissbildung wird die Entstehung von Rissen auf Gemälden bezeichnet. Es wird zwischen „Schwund-Rissen“ und „Altersrissen“ unterschieden.

Rost

Rost bezeichnet das Korrosionsprodukt von Eisen. Es entsteht durch Oxidation und Hydratation in der Regel aufgrund der Einwirkung von Sauerstoff (aus der Luft) und Wasser, gegebenenfalls durch darin enthaltene Säuren (saurer Regen) wie Schwefelsäure, schwefelige Säure, Salpetersäure. Durch die Oxidation reagiert das Eisen zu Eisen(II)oxid und Eisen(III)oxid. Rost ist deshalb problematisch, weil durch die Oxidation eine Volumenänderung auftritt, die eventuelle darüber liegende Lacke und Farben abplatzen lassen kann.

Rostschutz

Siehe Korrosionsschutz.

S

Salpeter

Bauschädliche Salze, bestehend aus Nitraten. Salpeter bildet sich im Mauerwerk, das Berührung mit Fäkalien, Jauche oder Mistgruben hatte. Salpeter, auch Mauersalpeter genannt, führt zu Putz- und Anstrichschäden.

Salze

Salze sind chemische Verbindungen (zumeist aus Metall und Nichtmetall), die ein aus Ionen bestehendes Kristallgitter haben.

Schellack

Schellack ist eine harzige Substanz, die von der Lackschildlaus ausgeschieden wird und sich auf den Zweigen des Wirtsbaumes anreichert.

Scheuerbeständigkeit

Bezeichnung der Belastbarkeit von Beschichtungen. Nach DIN 53778 muss eine scheuerbeständige Beschichtung mindestens 5000 Scheuerhüben standhalten. Die Prüfung der Scheuerbeständigkeit erfolgt nach einer genormten Laborprüfung. An der Wand lässt sich die Scheuerbeständigkeit nach DIN 53778 nicht ermitteln. Der Begriff Scheuerbeständigkeit nach DIN 53778 ist nach Inkrafttreten der DIN EN 13300 durch die Bezeichnung Nassabriebbeständigkeit ersetzt worden.

Schimmel

Bauphysikalische Mängel und falsches Lüftungsverhalten sind die Hauptursachen für Schimmelpilze. Sie können überall auftreten, wo die Luft feucht ist und nicht genügend zirkuliert. Die schwarzbraunen Schimmelflecken sehen nicht nur hässlich aus, sie sind auch gesundheitlich bedenklich, da sie zum Beispiel Allergien auslösen. Zur Vorsorge gegen Schimmelbildung können besonders gefährdete Wände mit spezieller Feuchtraumfarbe bestrichen werden. Am sinnvollsten ist es aber, die Ursachen der Raumfeuchtigkeit wie Risse im Außenputz oder falsches Nutzungsverhalten von vornherein zu beseitigen.

Schimmelputzfarbe

Siehe Feuchtraumfarbe.

sd-Wert

Er gibt das Diffusionsverhalten eines Baustoffes mit definierter Schichtdicke im Vergleich zu einer entsprechenden Luftschicht an. Je kleiner der sd-Wert, desto höher das Diffusionsvermögen des Beschichtungsstoffes.

Sikkativ

Additiv als Trocknungsbeschleuniger für Öllacke und Ölalkydlacke.

Silikatfarben

Nach VOB DIN 18363 enthalten Silikatfarben als Bindemittel Wasserglas sowie Pigmente und Füllstoffe. Organische Zusätze sind nicht enthalten. Silikatfarben werden in zwei Komponenten geliefert, wobei in der Regel eine flüssige Komponente aus Bindemittel besteht und die zweite Komponente Pigmente und Füllstoffe enthält.

Silikonharzfarben

Beschichtungsstoffe, insbesondere für Fassaden, die als Bindemittel eine Silikonharzdispersion und Kunststoffdispersion enthalten. Fassadenfarben auf Silikonharzbasis weisen eine hohe Diffusionsfähigkeit und gute wasserabweisende Wirkung auf.

Siloxane

Siloxane werden als Imprägnierungen für mineralische Untergründe verwendet, um diesen eine wasserabweisende Wirkung als Regenschutz zu geben.

Strukturputz

Um einer Hauswand mehr Charakter zu geben, wird Strukturputz auf den Grundputz aufgetragen. Jeder Strukturputz wird nach seinem Auftrag und nach seiner Abbindung mit einem Reibebrett bearbeitet. Dadurch erhält er seine gleichmäßige Oberfläche und Dicke, die unterschiedlich gestaltet werden kann. Der Profi kann, um unterschiedliche Strukturen zu erzeugen, verschiedene Putztechniken anwenden (kreisende, senkrechte, waagrechte Handbewegung).

Stupftechnik

So nennt man das Auftragen von Anstrichstoffen in Form von Stupfen zur dekorativen Flächenbelebung. Werkzeuge sind Stupfbürsten oder Stupfschwämme.

Synthetisch

Der Begriff Synthese (spätlat. synthesis, v. griech. syntithénai: zusammensetzen, -stellen) bezeichnet in der Chemie den Aufbau einer Substanz aus Stoffen.

T

Talk/Talkum

Talk (arab. talq) ist ein mattweiß schimmerndes Mineral. Talkum ist fein gemahlener Talk.

Tapete

Eine Tapete (lat. tapetum bzw. mlat. tapeta: Teppich) ist eine Art Wandschmuck oder Wandbekleidung aus festem Papier.

Testbenzin

Organisches Lösemittel für Lacke und Polymerisatharzfarben. Besteht überwiegend aus aliphatischen Kohlenwasserstoffen und einem Anteil von ca. 18 % aromatischen Kohlenwasserstoffen.

Thermoplaste

Kunststoffe, die durch Wärmezufuhr weich werden und nach dem Erkalten wieder fest werden. Beschichtungsstoffe, die Bindemittel mit thermoplastischen Eigenschaften enthalten, neigen bei Fassadenanstrichen zur Verschmutzung.

Thixotropie

Gelartige Konsistenz eines Beschichtungsstoffes, die durch Aufrühren dünn wird und sich nach Beendigung des Rührens wieder in einen Gelzustand zurückbildet. Eine thixotrope Konsistenz von Lacken wirkt sich bei der Verarbeitung positiv aus. Der Lack tropft wegen des Gelzustands nicht aus dem Pinsel, die bei der Verarbeitung entstehenden Scherkräfte ergeben eine dünnere Konsistenz mit dem Ergebnis der leichteren Verarbeitbarkeit.

Toluol

Toluol ist der Trivialname für Methylbenzol, auch Toluen, Methylbenzen oder Phenylmethan genannt, eine farblose, aromatisch riechende, flüchtige Flüssigkeit.

Ton

Die Abstufung einer Farbe, siehe Farbton.

Topfzeit

Maximale Zeitdauer, innerhalb derer ein 2-Komponenten-Lack nach der Vermischung von Harz und Härter verarbeitet sein soll.

U

Untergrundvorbereitung

Damit Putz und Farbe halten, muss je nach Wandbeschaffenheit und vorigem Anstrich die richtige Untergrundvorbereitung vorgenommen werden. Fast alle Materialien sollte man zunächst gründlich reinigen. Tapeten werden komplett abgerissen. Unebenheiten, Macken und Löcher müssen unter Umständen mit Ausgleichsmörtel ausgebessert werden. Damit Dispersionsfarben und Imprägnierungen den neuen Anstrich besser tragen, raut man sie auf. Egal auf welchem Untergrund – fast immer ist es ratsam, bei Außenanstrichen sogar unabdingbar, eine Grundbeschichtung (auch Grundierung genannt) aufzutragen.

V

Vergilbung

Es wird unterschieden zwischen Hell- und Dunkelvergilbung. Die Hellvergilbung ist die Vergilbung unter Lichteinwirkung. Diese wird meist durch synthetische Weichmacher verursacht. Bei der Dunkelvergilbung kommt es insbesondere bei Alkydlacken zu einer Gelbverfärbung von ursprünglich weißen Lacken. Die Dunkelvergilbung ist insbesondere problematisch bei Türlackierungen, da Türfalzen meist abgedeckt und dunkel sind und sich die Beschichtung stärker gelb verfärbt als das Türblatt, das länger dem Licht ausgesetzt ist.

Verkieselung

Silikatfarben und Dispersionssilikatfarben enthalten als Bindemittel Kaliwasserglas. Das Wasserglas reagiert auf mineralischen kalkhaltigen Untergründen durch eine chemische Reaktion, die als Verkieselung bezeichnet wird.

Verlauf

Eigenschaft eines Beschichtungsstoffes, nach der Trocknung eine streifenfreie Oberfläche zu ergeben. Die durch Pinselapplikation entstehenden Streifen sollen so verlaufen, dass eine ebene Oberfläche entsteht.

Verschnittmittel

Siehe Füllstoff.

Verseifen

Chemische Aufspaltung von Estern in Säuren und Alkohol. Trocknende Alkydharze enthalten Ester, die unter Einwirkung von Alkalität zerfallen. Bei Anwendung nicht verseifungsbeständiger Beschichtungsstoffe auf alkalischen Untergründen werden diese zersetzt. Die daraus resultierenden Schäden sind z.B. Haftverlust, Verfärbungen, Entstehung von matten Stellen.

Vinyl

Der Name Vinyl steht als Kurzform für Polyvinylchlorid (PVC).

Viskosität

Begriff für den Zustand einer Flüssigkeit und deren Fließverhalten. Es wird unterschieden zwischen niedrigviskosen = dünnflüssigen und hochviskosen = zähflüssigen Stoffen.

VOB

Abkürzung für Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, die die allgemeinen Grundsätze für die Ausschreibung, Vergabe, Ausführung und Abrechnung für Bauleistungen festlegt.

VOC

Abkürzung für „volatile organic compound“, d. h. flüchtige organische Verbindungen. Die Summe aller in Beschichtungsstoffen enthaltenen organischen Verbindungen, die selbst in Abhängigkeit von Temperatur und Luftdruck verdunsten. Als VOC werden alle flüchtigen Bestandteile von Beschichtungsstoffen, wie Lösemittel, Weichmacher, bezeichnet. Dispersionsfarben ohne VOC-Anteile werden als emissions- und lösemittelfreie Beschichtungsstoffe bezeichnet.

W

Warme Farben

Rot-, Orange- und dunkle Gelbtöne zählen zu den warmen Farben.

Wärmedämm-Verbundsystem

Mit Wärmedämm-Verbundsystemen kann bis zu 25 % Heizenergie eingespart werden. Die Systeme bestehen aus mehreren Komponenten. Zunächst werden Dämmplatten aus Hartschaum oder Mineralwolle auf die Fassade geklebt und gegebenenfalls zusätzlich verdübelt. Es folgen eine Armierungsschicht, in der ein Glasgewebe eingebettet ist, sowie eine Endbeschichtung mit Silikat-, Silikonharz-, Mineral- oder Kunstharzputzen. Ein passendes WDVS auf eine Fassade zu montieren ist eine schwierige Aufgabe, die am besten von Fachleuten gelöst wird.

Wasserdampfdiffusion

Durchdringen von Wasserdampf durch feste Stoffe, z.B. Beschichtungen. Der Wasserdampf wandert in Richtung der geringeren Konzentration. Ein Beschichtungsaufbau mit hoher Wasserdampfdiffusion ermöglicht die Austrocknung feuchter Wandaufbauten.

Wasserglas

Bindemittel für Silikatfarben. Hergestellt aus einer Schmelze aus Siliciumdioxid (Quarz) und Kaliumcarbonat (Pottasche).

WDVS

Siehe Wärmedämm-Verbundsystem.

Weichmacher

Meist ölige, flüssige, hochsiedende Substanzen, die Beschichtungsstoffen oder Kunststoffen zugegeben werden, um ein erhöhtes Formänderungsvermögen zu erreichen. In ihrer Struktur spröde Kunststoffe werden durch Zusatz von Weichmachern formveränderbar bzw. weicher.

Wickeltechnik

Ein in das Anstrichmittel getauchter kleiner Putzlappen wird ausgewrungen und zu einer lockeren, faltigen Rolle geformt, die man mit beiden Händen über die zu wickelnde Fläche rollt. Die Abdrücke der Falten des Lappens ergeben ein quer zur Rollrichtung liegendes Muster. Wie beim Walzen mit dem Musterroller verwendet man zum Wickeln einen dunkleren, helleren oder zum einfarbig gestrichenen Untergrund kontrastierenden Farbton. Wird etwa eine weiße Wandfläche zunächst mit stumpfem Rot und dann mit Hellgrau gewickelt, ergibt sich ein dreifarbig dekorativer Effekt.

Wischtechnik

Im Gegensatz zur Wickeltechnik können mit der Wischtechnik weiche, organische Oberflächen geschaffen werden. Mit einem feuchtem Pinsel oder Schwamm wird die aufgetragene Farbe verwischt, sodass Muster und Strukturen entstehen. Besonders weiche Farbverläufe erzielt man, wenn man nass in nass arbeitet, also die Farbe vom vorangangenen Farbauftrag nicht trocknen lässt.

Z

Zellstoff

Zellstoff ist die Grundlage für holzfreies Papier, das die Eigenschaft besitzt, nicht zu gilben.